Garantien richtig angeben

Werben Sie mit einer Garantie, dann müssen Sie die Garantiebedingungen angeben. Diese Information muss bereits vor Vertragsschluss erfolgen. Achten Sie daher immer darauf, dass Sie diese Angaben richtig hinterlegen, denn Fehler können zu Abmahnungen führen.

Garantien müssen angegeben werden

Gibt der Hersteller eine Garantie zu seinen Produkten, dann muss diese auch im Verkauf genannt werden. Dies ist auch für den Online-Handel maßgebend. Verkaufen Sie also Produkte, die eine Herstellergarantie aufweisen und Sie davon wissen, müssen Sie diese Garantie in Ihren Angeboten benennen. Aber nicht nur mit einem Slogan, sondern mit den kompletten Garantiebestimmungen (Nach § 312d Abs. 1 in Verbindung mit Art. 246a § 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 9 EGBGB). 

Mit Inkrafttreten der Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) 2014 wurde die Pflicht eingeführt, dass der Kunde bereits vor dem Kauf die Garantiebedingungen einsehen können muss. Diese muss der Händler bei den Angeboten aufführen oder verlinken. 

Dabei handelt es sich bei Garantien, die freiwillig durch den Hersteller oder dem Händler gegenüber dem Käufer gewährt werden, um eine Leistung, die entweder

  • die Erstattung des Kaufpreises
  • den Austausch oder Nachbesserung der Sache
  • die Erbringung von Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Sache

umfasst.

Was muss angegeben werden

Wenn Sie ein Produkt verkaufen, für welches eine Garantie besteht, geben Sie diese in der Produktbeschreibung an. Dabei darf nicht nur mit beispielsweise "5 Jahre Garantie" geworben werden, sondern die wesentlichen Bestandteile der Garantie müssen enthalten sein:

  • Hinweis auf die gesetzlichen Rechte (Mängelhaftung nach §§437ff BGB), die nicht durch die Garantie eingeschränkt werden
  • Inhalt der Garantie und alle wesentliche Angaben für die Geltendmachung
  • Dauer der gewährten Garantie
  • Räumlicher Geltungsbereich der gewährten Garantie
  • Garantiegeber

Diese Informationen müssen, wenn Sie mit einer Garantie werben, in direktem Umfeld der Garantiewerbung stehen. Idealerweise ist diese mit einem Link auf die Garantiebestimmungen versehen.

Setzen Sie einen normalen Link zum aktuellen Text mit der Bezeichnung "Garantiebedingungen" in die Produktbeschreibung. 

Idealerweise fügen Sie diesen Link auch als Attribut dem Produkt hinzu, so dass die Garantiebedingungen auch im Checkout aufgeführt werden.
Ein Attribut können Sie dem Produkt manuell oder per API hinzufügen. Dieses wird in einer Tabelle auf der Produktdetailseite und auf der Bestellübersichtsseite angezeigt.

Fehlerhafte Garantiewerbung wird abgemahnt 

Achten Sie darauf, dass Sie nur dann mit Garantien werben, wenn Sie die Garantiebestimmungen korrekt und vollständig angeben. Verstöße in diesem Bereich werden sehr häufig abgemahnt und stehen daher sehr weit oben in den Abmahnstatistiken. 

Es ist sehr einfach, fehlerhafte Garnatiewerbungen zu ermitteln, denn eine einfache Recherche über Suchmaschinen reicht aus. Dies nutzen auch die abmahnenden Verbände.

Ein Verschweigen einer Garantie ist dabei ebenso ein abmahnfähiger Wettbewerbsverstoß. 
"In der Praxis wird – verschweigt ein Händler eine bestehende Garantie – dies derzeit so gut wie nicht abgemahnt, während eine fehlerhafte aktive Werbung mit Garantien ganz vorne dabei ist, was aktuelle Abmahngründe angeht.", schreibt die it recht kanzlei.